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06. Oktober 2026 | Newsletter der Landeskirche Hannovers

TOPTHEMA

„5.000 Brote“: Jugendliche eröffnen Aktion

Zum Start der bundesweiten Aktion „5.000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ haben Konfirmandinnen und Konfirmanden die Aktion für die hannoversche Landeskirche am Sonntag im Northeimer Ortsteil Schnedinghausen eröffnet. Jugendliche backten dabei jeweils mit örtlichen Innungsbäckereien Brote und sammelten Spenden für Hilfsprojekte.

WOCHENSPRUCH

GEFRAGT

Drei Fragen zur Seelsorge in der Geburtshilfe...

…an Petra Ziehe. Die 59-Jährige ist Diakonin und Diplom-Religionspädagogin. Sie arbeitet seit fünf Jahren bei DIAKOVERE als Seelsorgerin unter anderem im Bereich der Geburtshilfe. Vorher war sie Krankenhausseelsorgerin in der Medizinischen Hochschule Hannover.

Frau Ziehe, Sie arbeiten als Seelsorgerin in der Geburtshilfe einer großen Klinik. Was können Sie konkret für Eltern und Zugehörige tun?

Petra Ziehe: Zunächst einmal ist Seelsorge hier nicht ausschließlich fokussiert auf Krisen und Verluste. Die Allermeisten erleben ja das freudige, prägende Erlebnis der Geburt ihres Kindes. Wir möchten sehr gern präsent sein und diese Freude teilen. In unserer Geburtsklinik HENRIKE haben wir eingeführt, Neugeborene zu segnen, wenn Eltern das wünschen. Da haben wir schon sehr berührende Situationen erlebt. Eltern zu werden, ist mit neuer Verantwortung und manchmal Sorgen und Fragen verbunden. Wir Seelsorgenden hören zu und können helfen, zu strukturieren, zu klären oder zu entlasten.

Krisen und dramatische Situationen sind in der Geburtshilfe letztlich nie auszuschließen. Wie gehen Sie damit um, was können Sie dann machen?

Ziehe: Da gibt es ein großes Spektrum. Not-Kaiserschnitte etwa können von Frauen als traumatisch erlebt werden, weil alles sehr schnell gehen muss. Dann fühlen sich die Frauen oft sehr passiv und haben unter Umständen nachgeburtlich viel zu verarbeiten. Im seelsorgerlichen Gespräch bieten wir Unterstützung bei der Bewältigung an.

Und dann gibt es leider nicht nur freudige, sondern auch stille Geburten. Damit ist gemeint, dass ein Kind vor, unter oder nach der Geburt stirbt. Und da gilt es umso mehr, präsent zu sein, wenn die Eltern das möchten. Wenn etwa solche Diagnosen schon vor der Geburt feststehen, ist immer meine Hoffnung, gemeinsam auszuhalten, was kaum aushaltbar ist, und sprachfähig zu werden, wenn es für die Eltern eigentlich keine Worte gibt. Der Tod eines Kindes ist sicher eine der größten Krisen, die sie durchmachen. Und trotzdem geht es dann auch um praktische Fragen: Wie ist ein Abschied für die Familie möglich? Was kommt jetzt organisatorisch auf uns zu?

Welche Bedeutung haben Ihr Glaube und Ihre Rolle als christliche Seelsorgende in alledem?

Ziehe: Belastende Erfahrungen rund um die Geburt oder die Sorge um das zu früh oder krank geborene Kind können für den Moment das Vertrauen und die Zuversicht in das Leben infrage stellen. Der Tod eines Kindes gehört für die Eltern zu den schmerzvollsten Erfahrungen. Es braucht Zeit, zu begreifen und zu verstehen, was geschehen ist. Seelsorge ermöglicht auch die Suche nach Antworten sowie nach dem Sinn des Erlebten, die Suche nach Gott und der Kraft des eigenen Glaubens, die Suche nach Heilung, um das Schwere tragbar zu machen. Es kommen Fragen auf nach dem Sinn des Lebens, nach dem Warum. 

Als Seelsorgerin biete ich allen Menschen Begleitung an, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit und ihren Glaubensüberzeugungen. Mein Glaube und meine Rolle eröffnen manchmal auf besondere Weise Gelegenheiten, sich mit den eigenen Werten und der eigenen Sinnhaftigkeit auseinanderzusetzen. Zum Angebot der Seelsorge gehören ebenfalls Rituale wie Gebet, Segnung der Sternenkinder oder die Nottaufe.

Schaufenster

Einheitsfeier: Appell gegen Spaltung

Mit einem ökumenischen Festgottesdienst hat am Samstag, 3. Oktober, in Bremen die offizielle Feier zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. Die leitenden Geistlichen der evangelischen und katholischen Kirche in Bremen riefen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung auf. „Wahre Stärke gibt es, wo wir einander brauchen und uns gegenseitig etwas zutrauen“, sagte der Kirchenpräsident der Bremischen Evangelischen Kirche, Bernd Kuschnerus.

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Kampagne gegen Judenhass

Unter dem Titel „Shalom Digga“ hat das Land Niedersachsen eine Internet-Kampagne gegen Judenhass gestartet. Über Memes und Videos in den Sozialen Medien sollen damit Jugendliche direkt erreicht werden, wie der Landesbeauftragte gegen Antisemitismus, Gerhard Wegner, erläuterte. Die Plakate sind aber auch analog erhältlich.

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Hilfe für Kolumbien und die Ukraine

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers unterstützt Nothilfeprojekte in Kolumbien und der Ostukraine mit insgesamt 100.000 Euro. Jeweils 25.000 Euro gehen an Projekte des Lutherischen Weltbundes und der Diakonie Katastrophenhilfe zur Unterstützung der vom Erdbeben betroffenen Menschen in Kolumbien. 50.000 Euro gehen an den Lutherischen Weltbund zur Nothilfe in der Ostukraine.

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TERMINE

IM KALENDER VORMERKEN

7. Oktober, 17 bis 18.30 Uhr, online

Online-Impuls: Irgendwas ist immer

Einsatz fürs Ehrenamt: In einem Online-Meeting stellt sich Rebekka Hinze und ihre Arbeit als neue Referentin und Ansprechpartnerin für das Ehrenamt der Evangelischen Agentur vor.

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26. bis 27. Oktober, online

7. EKD-Fachforum – „Inklusive Kirche gestalten"

Inklusion ist ein Anspruch und eine Chance, aber wie wird sie in Kirche und Diakonie konkret gelebt? Was braucht es, damit Teilhabe gelingt und Barrieren tatsächlich abgebaut werden? Das EKD-Fachforum 2026 richtet den Blick, um Antworten zu finden, auf die Praxis: Projekte aus Kirche und Diakonie, Impulse aus der Wissenschaft und der Austausch in Kleingruppen eröffnen Raum für neue Perspektiven und konkrete Ideen.

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8. Dezember, 19.30 Uhr, Literaturhaus St. Jacobi, Hildesheim

Eine Lyrikerin und ein totes Meerschweinchen

Nora Gomringer ist vieles: Lyrikerin und Leiterin der Künstlervilla Concordia in Bamberg sowie Autorin für Radio, Film und Feuilleton. Dabei arbeitet sie interdisziplinär über Sprach- und Ländergrenzen hinweg.
Nora Gomringer ist auch: trauernde Tochter. In ihrem Prosadebüt „Am Meerschwein übt das Kind den Tod“ schreibt sie ihrer kürzlich verstorbenen Mutter hinterher. Der Eintritt für die Lesung kostet 15 Euro (ermäßigt 5 Euro).

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