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Frau Gröhn Veit, wie kamen Sie zur Orgel?
Johanna Gröhn Veit: Da ich in Stade aufgewachsen bin, hat mich Annegret Schönbeck zu Jugend-Orgelkursen eingeladen. „Alte Orgeln für junge Menschen“, hieß es. Dort konnten wir das Instrument kennenlernen, durften auch selber spielen. Was ja bei so historischen Instrumenten nicht selbstverständlich ist, dass man den Kindern das Vertrauen schenkt, dass sie da ran dürfen. Dadurch, dass ich ein bisschen Klavier gespielt habe, war der Übergang ziemlich cool. Das Pedal kam noch dazu und es war eine ganz andere Art, die Tasten zu bedienen, aber einen gewissen Bezug zu Tasteninstrumenten hatte ich ja schon. Dann habe ich bei Annegret Unterricht genommen und bin dann auch glücklicherweise dabei geblieben.
Ist bei Ihnen die Orgel oder die Stimme das erste Instrument und wann haben Sie sich dazu entschieden, beides zu Ihrem Beruf zu machen?
Gröhn Veit: Die Orgel und das Singen gehören für mich auf jeden Fall zusammen. Es ist ja jetzt nicht so, dass das zwei komplett verschiedene Welten sind. Ich profitiere als Sängerin davon, dass ich Organistin bin, und ich profitiere als Organistin davon, dass ich auch singe. Da ich in einem musikalischen Elternhaus aufgewachsen bin, gehörte das Singen von Anfang an dazu, die Orgel kam später. Dass das Singen die Profession wird, mit der ich jetzt hauptberuflich mein Geld verdiene, das war anfangs eigentlich nicht so klar, das hat sich jetzt so ergeben. Die Entscheidung zur Musik traf ich während des Abis, wo man sich ja überlegen musste: „Was mache ich danach?“ Ich hatte den Gedanken: Wenn ich Kirchenmusik mache, dann kann ich alles machen, was ich jetzt gerne mache, also singen im Chor, Chöre leiten, Orgel spielen, Konzerte konzipieren, eigener Chef im eigenen Spielplan sein und nach Möglichkeit eine Gemeinde zu haben, in der man sich gegenseitig inspirieren kann.
Was macht das Orgelspielen für Sie so besonders?
Gröhn Veit: Jedes Instrument gibt es nur einmal. Daher muss man sich damit beschäftigen. Man lernt das Instrument kennen und es zeigt einem, was gut funktioniert. Bei Stücken, die man vielleicht schon mal ganz anders eingerichtet hat und dachte: ‚So passt es gut zu mir‘, merkt man am Instrument: ‚Wir arbeiten zusammen, hier passt es ganz anders.‘ Es ist ein wenig, als würde man sich frisch verlieben. So wird die Orgel, an der man gerade arbeitet, meist auch zur aktuellen Lieblingsorgel. Es gibt natürlich auch Orgeln, da macht man einfach seinen Dienst, weil der Funke irgendwie nicht überspringt. Dann macht man dann das Beste draus, aber am schönsten ist es, wenn man beflügelt wird.
Vom 26. September bis 9. Oktober ist wieder Orgelentdeckerzeit! Landeskirchenweit laden Kirchenmusizierende bei den 11. Orgelentdeckertagen zu besonderen Konzertformaten, Orgelführungen, Workshops, musikalischen Gottesdiensten und Offenen Orgelbänken ein: www.orgelentdecker.de.
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