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Frau Nadjé-Wirth, welcher Moment Ihrer Einführung als Priorin ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben – und warum?
Christiane Nadjé-Wirth: Ich wurde im Rahmen des Mittagsgebets, also eines der klassischen Stundengebete, eingeführt, was ich sehr stimmig finde – kein extra Gottesdienst, kein extra Aufwand, sondern das, was immer wieder die klösterliche Gemeinschaft trägt.
Seit 2021 gehören erstmals Frauen dem Konvent von Amelungsborn an. Welche Bedeutung hat diese Öffnung heute für das Miteinander im Konvent?
Nadjé-Wirth: Die Änderung in der Klosterverfassung 2021 war das Ankommen im 21. Jahrhundert. Und gleichzeitig nur folgerichtig. Das Kloster Amelungsborn ist für Männer und Frauen ein wichtiger Ort. Besonders für die beiden geistlichen Gemeinschaften, die in Amelungsborn entstanden sind und sich dort regelmäßig treffen: die Familiaritas als eine Gemeinschaft von Brüdern und der ökumenische Frauenkreis als eine Gemeinschaft von Schwestern. Der Konvent hat auch die Aufgabe, den Rahmen zu setzen, zur Erhaltung des Klosters beizutragen, mitzuhelfen, es in die Zukunft zu entwickeln. Da braucht es verschiedene Gaben und Kompetenzen, die aber ja nicht vom Geschlecht abhängen. Ich bin sehr froh, dass wir mittlerweile vier, ab dem Sommer fünf Frauen im Konvent haben. Damit ist auch die Anmutung des ‚Exotischen‘ vom Tisch.
Als Priorin vertreten Sie den Abt und übernehmen Aufgaben, die er Ihnen nach Rücksprache mit dem Konvent überträgt. Welche konkreten Aufgaben werden Sie wahrnehmen und wo sehen Sie dabei eigenen Gestaltungsspielraum?
Nadjé-Wirth: Wir werden das je und je entscheiden, wer gerade wo präsent sein kann. Ich werde vermutlich häufiger bei Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzerten hier vor Ort sein, weil ich in der Nähe wohne. Dann habe ich die Begleitung der ehrenamtlichen Gruppe übernommen, die den Kräutergarten pflegt. Auch zur Kirchenpädagogik, die in Kooperation mit dem Campe-Gymnasium stattfindet, werde ich den Kontakt halten. Wir wollen verstärkt ab dem nächsten Jahr eigene Bildungsangebote im Kloster gestalten, auch da werde ich mich einbringen. Bei manchen Aufgaben ist es auch gut, wenn der Abt und ich gemeinsam am Tisch sitzen. So werden wir weiterhin beide an Gesprächen im sogenannten „Runden Tisch Amelungsborn“ der Landeskirche teilnehmen, wo Zukunftsszenarien für das Kloster besprochen werden.
Die möglichen Zukunftsperspektiven des Klosters Amelungsborn standen auch auf der Agenda der II. Tagung der 27. Landesynode. Mehr dazu lesen Sie im dazugehörigen Synodenbericht.
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