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27. Januar 2026 | Newsletter der Landeskirche Hannovers

TOPTHEMA

Missbrauch: Der lange Weg aus dem Schatten

Heinz Schmidt war 17, als ihn in der Jugendarbeit ein Pastor sexuell belästigte. Mehr als 40 Jahre lang behielt er das Erlebte für sich und verdrängte es. Bis er sich endlich dazu durchrang, seine Geschichte zu erzählen. Nun will er auch andere Betroffene dazu ermutigen. Mit weiteren Akteuren hat er dafür ein Konzept entwickelt: Im Kirchenkreis Ronnenberg öffnet einmal im Monat in einem nichtkirchlichen Begegnungszentrum ein „Betroffenen-Treff“.

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WOCHENSPRUCH

GEFRAGT

Drei Fragen zu Antisemitismus…

...an Prof. Dr. Ursula Rudnick. Sie lehrt Judaistik am Institut für Evangelische Theologie der Leibniz-Universität Hannover. Zugleich ist die Theologin Beauftragte für Kirche und Judentum bei der evangelischen Landeskirche Hannovers. Am heutigen Holocaust-Gedenktag wird weltweit an die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung sowie an die Opfer anderer Minderheiten gedacht.

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Frau Rudnick, was bedeutet der Begriff Antisemitismus?

Ursula Rudnick: Antisemitismus ist Judenfeindschaft. Dazu gehören Vorurteile, Hass, Diskriminierung und Gewalt gegen Juden als Einzelne oder als Gemeinschaft – und zwar nur, weil es Juden sind. Judenfeindschaft besteht seit der Antike und ist ein wandelbares gesellschaftliches Phänomen, das aktuell einen besonderen Ausdruck in der Israel-Feindschaft findet. Der Begriff Antisemitismus wurde im 19. Jahrhundert geprägt, um politische Judenfeindschaft vom religiös geprägten Antijudaismus zu unterscheiden. Antisemitismus kann auch rassistisch oder sozial begründet sein. Antisemitismus ist also gefährlich, weil er Menschen entmenschlicht, zu Diskriminierung, Gewalt und schließlich Vernichtung führen kann. Der Holocaust zeigt, wohin staatlich organisierter, radikalisierter Judenhass führen kann: zu millionenfachem Mord.

Warum ziehen sich Vorurteile und Hass gegen Juden durch die Geschichte?

Rudnick: Eine der Wurzeln des Antisemitismus ist der über Jahrhunderte bestehende christliche Antijudaismus. Das Christentum erwuchs vor rund 2.000 Jahren aus der Tradition des Judentums heraus und formulierte seine Identität von Beginn an in Abgrenzung zum Judentum. Dies ging einher mit Herabsetzung und Diffamierung. Nach der Vertreibung der meisten Juden aus dem Heiligen Land durch die Römer bildeten Juden im christlichen Abendland eine Minderheit. Sie wurden historisch als „die anderen“ markiert, ausgegrenzt und zu Sündenböcken für Krisen gemacht – etwa für wirtschaftliche Probleme, Seuchen oder militärische Niederlagen. Dabei wurden Ängste, Frustrationen und ungelöste Konflikte auf die jüdische Bevölkerung projiziert, die dann symbolisch für alles Negative verantwortlich gemacht wurde.

Darf man den Staat Israel kritisieren oder ist das schon Antisemitismus?

Rudnick: Politische Kritik an Entscheidungen oder Gesetzen des Staates Israel ist nicht automatisch antisemitisch und daher selbstverständlich erlaubt - so wie bei jedem anderen Staat auch. Antisemitisch wird Kritik dann, wenn sie judenfeindliche Muster benutzt, Doppelstandards anlegt oder Israel dämonisiert. Wenn Israel als grundsätzlich „böse“, „teuflisch“ oder als Hauptverursacher allen Leids dargestellt wird, verlässt die Kritik die sachliche Ebene. Gleiches gilt, wenn von Israel Dinge verlangt werden, die von keinem anderen Staat gefordert werden. Antisemitisch ist es, Israel das Existenzrecht abzusprechen. Antisemitisch ist es auch, Jüdinnen und Juden weltweit für die Politik der israelischen Regierung verantwortlich zu machen.

Schaufenster

Das Gemeindebüro attraktiver gestalten

Die Landeskirche führt ihr Förderprogramm „Attraktives Gemeindebüro“ fort, um Kirchenvorstände, Regionalvorstände und Pfarrämter durch Umstrukturierungen der Gemeindebüros bei Aufgaben in der Verwaltung und Geschäftsführung zu entlasten und sie in ihrem ehrenamtlichen Engagement zu unterstützen.

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Einfach und schnell digital konferieren

Unter https://talk.elkh.de steht ab sofort allen Nutzerinnen und Nutzern in der Landeskirche eine professionelle und intuitiv nutzbare Videokonferenzlösung kostenfrei zur Verfügung. Die Nutzung erfolgt über einen Webbrowser. Um ein Meeting planen und durchführen zu können, muss sich ein Moderator am System anmelden und kann dann andere Teilnehmende einladen. Bis zu 50 Personen können so gemeinsam konferieren.

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800 Jahre Franz von Assisi bunt feiern

Sonntagsmaler Hans Hentschel würdigt den 800. Todestag des Begründers des Franziskanerordens. Hentschel erzählt von Franz von Assisi als einem, der den Vögeln predigte, einen Wolf zähmte und uns im Blick auf die Natur ein Vorbild sein könnte. Das Video eignet sich für die Bearbeitung in Kinder- und Jugendgruppen.

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TERMINE

IM KALENDER VORMERKEN

Mittwoch, 18. Februar, 17 bis 18.30 Uhr, digital

Kirche und Kultur – eine Verbindung stärken

Kirchliche Kulturarbeit verbindet Glauben, Kunst und Gesellschaft. Gerade heute ist sie unverzichtbar, weil sie zeigt: Kirche ist offen, kreativ und mitten im Leben. Zu Impulsen, Austausch und Vernetzung sind alle herzlich eingeladen, die haupt- oder ehrenamtlich Kultur in der Kirche, sei es in Büchereien, Kulturkirchen oder in eigenen Projekten gestalten.

Zur Anmeldung

Freitag, 6. März, überall

Weltgebetstag 2026: Motto und Bild stehen fest

„Kommt! Bringt eure Last.“ lautet das Motto des Gottesdienstes zum diesjährigen Weltgebetstag. Frauen aus Nigeria haben ihn vorbereitet. „In einer Zeit, in der Menschen auf der ganzen Welt schwere Lasten zu tragen haben, bieten unsere nigerianischen Schwestern tiefgründige Erkenntnisse darüber, wie man in Gott Ruhe und Erholung findet“, schreibt Katie Reimer, Geschäftsführerin des Internationalen Komitees. Das Bild mit dem Titel „Rest for the Weary“ stammt von der jungen nigerianischen Künstlerin Gift Amarachi Ottah.

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